Ich wurde schon oft gefragt, wie ich auf die Idee kam, Narrenbrunnen zu fotografieren und zu sammeln. Diese Frage ist nicht einfach mit ein oder zwei Sätzen zu beantworten. Denn dieses Phänomen „Fasnacht“ kam fast schleichend über mich her.

Ich wurde am 15. Juli 1978 geboren und erlebte meine Kindheit in Reichenburg. Dort ging auch in die Primarschule, und die Sek. verbrachte ich in Siebnen. Danach absolvierte ich eine Lehre als Schreiner, der Beruf, der mir bis heute noch Spass macht.

Ich wurde sozusagen mit der Fasnacht gross und war schon seit Kindestagen aktiv mitdabei. Am Anfang als „Geiselchlepfer“, später, als unsere Familie eigene Röllis herstellten, auch als Rölli unterwegs. Auf die Fasnacht 2003 wechselte ich in die Guggenmusik „Toschtelfäger“ Schübelbach, habe aber nie die Verbundenheit zur Maskentradition verloren und gehe immer noch, wenn ich nicht mit der Musik unterwegs bin, mit dem Rölli auf die Strasse. 2008 bin ich in den noch jungen Verein „Alemannische Larvenfreunde“ beigetreten.

Die Fasnacht interessierte mich schon immer. Als ich älter wurde, wurde nicht nur der Schulische- sondern auch der Fastnächtliche Horizont erweitert. Mich nahm es wunder, welche Figuren von wo kommen und was sie bedeuten. Viele Schweizer Fasnachtsbräuche kannte ich schon, andere lernte ich später kennen. Immer mehr schaute ich ab und zu über die Landesgrenze hinaus. Da es in meiner Gegend (March) oft internationale Fasnachtumzüge gab, wurde man mit Figuren und Gruppen vom Südwesten Deutschlands konfrontiert und man erkundigte sich weiter woher diese kamen. Natürlich kamen die Live-Übertragungen vom SWR und der Treffpunkt nicht ungelegen, um weitere Einblicke zu erhalten. Ich schaute immer die Sendungen im Fernseher an, bis mein Fasnachtskollege Norbert und ich unsentschlossen, einmal selber einen Umzug vor Ort mitzuerleben.

Uns nahm es immer mehr wunder, wie die Städtchen und Dörfer aussehen, in denen all die Figuren herkommen. Und somit starteten wir im Sommer 1997 zu einer ersten „Fasnachtexpedition“ ins benachbarte Deutschland, um einige Narrenstädte zu besuchen. Dabei stiessen wir auf Narrenbrunnen  und anderes fasnächtlich Sehenswertes. Man war schon fast verpflichtet als „Fasnachtstourist“ die Objekte zu fotografieren. Im darauf folgenden Sommer machten wir nochmals eine Reise. Über 60 Brunnen hatte ich während diesen Reisen geknipst. Die Fotos wurden fein säuberlich in einem Ordner gesammelt. Natürlich waren die verschiedenen Fasnachts- und Heimatmuseum auch Ziele unseren Reisen. In einem Museum kam mir das Buch „Narrenheilige im Narrenhäs“ in die Hand. Somit hatte ich einen ersten Anhaltspunkt, in welchen Orten es überhaupt Narrenbrunnen gab. Da das Buch schon 1977 herausgegeben wurde, wurde mir schnell klar, dass einige Brunnen im Buch fehlten und in der Zwischenzeit viel Neue erstellt wurden. In den darauf folgenden Jahren machten wir keine Reise mehr und das Thema „Narrenbrunnen“ kam irgendwie in Vergessenheit.

Als ich vor einigen Jahren von zu Hause auszog, kam mir der Ordner mit den Fotos wieder in die Hände. Im Kopf kippte ein Schalter um, und mir wurde bewusst, dass es schade wäre, diese Sammlung einfach so liegen zu lassen. Von den neueren Brunnen hatte ich leider keine Informationen und darum fragte ich bei den Narrenzünften und Ortsvorsehende an, ob sie mir weiterhelfen könnten. Glücklicherweise bekam ich von vielen eine Antwort, und so konnte ich dieses für mich, zu den Fotos ablegen. Inzwischen ist doch eine beachtliche Anzahl zusammengekommen. Ich spielte immer mehr mit dem Gedanke, das Gesammelte irgendwie mit einer Homepage zu veröffentlichen. Dazu war es noch weiter Weg und es wartete noch viel Arbeit auf mich. Viele Brunnen musste neu fotografiert werden und vor allem die Detailaufnahmen fehlten. Und somit traten wir wieder weitere Reisen an.

Zum Erstellen einer Homepage hatte ich keine Ahnung, ich fragte darum mein Kollege „Schilk“ an, ob er mir dabei helfen würde, Er war von Anfang an begeistert und unterstützte mich mit seinen Tricks und Tipps. Somit konnte ich das Projekt „Narrenbrunnen.com“ starten und das ganze in die Tat umgesetzt werden. Viele Personen halfen mir die nötigen Informationen zu den Narrenbrunne zu liefern. Aber leider habe ich auch von einigen nichts gehört. Ich hoffe mit der Homepage, dass ich somit andere Leute anspreche und mir weiterhelfen können. Sei es mit Textinformationen oder mit Fotos von älteren oder nicht mehr existierenden Narrenbrunnen oder oder mit Fotos von den original Figuren. Denn so eine Arbeit ist ohne fremde Mithilfe unmöglich. Mein Ziel wäre es, dass ich irgendeinmal eine komplette Sammlung präsentieren kann.

Ich will keine Kopie oder ein Konkurrenzprodukt des Buches (Narrenheilige im Narrenhäs) machen, sondern einfach das ganze wie ein kleiner Führer darstellen. Denn ich wäre schon manchmal froh gewesen, wenn es so etwas gegeben hätte. Manchmal suchte ich einige Meter sogar Kilometern in gewissen Städten, bis ich den Brunnen endlich sah. Dies soll auch den Anreiz geben, vielleicht selber einige zu besichtigen. Denn die Narren haben sich bei vielen Objekten keinen Arbeitsaufwand und Kosten gescheut, um ein Werk zu vollenden.

Bis jetzt ist nur ein kleiner Teil bearbeitet und aufgeschaltet. Neben den Objekten in den Regionen Schweiz, Südwestdeutschland, Altmühltal, Kitzingen-Odenwald, Oberbayern und Tirol wurden später auch die Wallonie und das Südtirol aufgeschaltet. Zu jedem Objekt wurde eine Zusammenfassung erstellt, so fern ich irgendwelche Angaben zur Verfügung hatte.

Darin ist das wesentliche kurz Beschrieben, wer das Objekt gebaut oder geplant hat, aus welchen Materialien es ist, wann die Einweihung stattfand, in welcher Strasse es sich befindet und sonstige Besonderheiten es vorzuweisen mag. Ein Ortsplan mit der Markierung, wo sich das Sehenswerte befindet und natürlich einige Bilder mit den dazugehörigen Detailsaufnahmen. Es werden aber immer nach und nach weitere Brunnen und anderes Sehenswertes der Fasnacht dazukommen. Geplant ist auch, dass die vielen Fasnacht- und Heimatmuseum darin vorgestellt werden. Sozusagen, alles was man während des Jahres über die Fasnacht besichtigen kann. Damit man immer, auch unter dem Jahr, etwas Fasnacht hat. Auch wurden einige Interessante „Links“ von verschiedenen Fasnachten von mehreren Länder dazugestellt.

 
     
     
       
     
Mit meinem Camperbus vor dem
Haus der Fasnacht in Imst (A)
das Fotografieren von Fasnachtsfiguren
und Masken an der Fasnacht oder im
Museum ist eine meiner Leidenschaft
Einen Teil der Grinden von meinem
Vortrag „Guggenmusik, Sujets und
Grinden in der Innerschweiz“
 

- Seit 1989: aktiv bei der Narrhalla Reichenburg, zuerst als Geiselchlöpfer später auch als Rölli mit dabei

- 1997 bis 2002: im Vorstand der Narrhalla Reichenburg mit dem Amt des Aktuars

- Seit 2000: in verschiedenen OK’s von der Organisation einiger Fasnachtsanlässe der Narrhalla Reichenburg und Toschtelfäger Schübelbach

- Seit 2003: bei der Guggenmusik Toschtelfäger Schübelbach

- 2003 bis 2008: im Vorstand der Guggenmusik Toschtelfäger Schübelbach mit dem Amt des Tourmanagers

- 2007:  die Homepage www.narrenbrunnen.com

- 2008: dem Verein „Alemannische Larvenfreunde“ Endingen a.K. (D) beigetreten

- besuchte verschiedenen Fasnachtstagungen, unter anderem in Endingen a.K. 2007 (D), Breno 2011 (Italien)

- 2010: in der Kommission „Partnerschaft der Schweizer Gruppen“ mit der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte

- 2011: die 2-tägige Kulturfahrt der Alemannischen Larvenfreunde nach Kriens / Luzern organisiert

- 2011: Veröffentlichung des Masken-Kalender 2012 mit Fasnachtsmasken aus 14 Ländern

- 2011: Vortrag über das Thema „Guggenmusik, Sujets und Grinden in der Innerschweiz“ anlässlich der Kulturfahrt der Alemannischen Larvenfreunde in Kriens / Luzern gehalten

- 2011: Vortag über das Thema „Fasnacht, und verwandte Bräuche der Gnooggär-Füüdini in der Schweiz und Europa“ an der GV der Gnooggär-Füüdini Erschmatt-Bratsch-Niedergampel in der Burgerstube Bratsch (Kanton Wallis) gehalten

-2012: Beginn mit der Herstellung von Fuhrmanns-Geisseln und Joche für Einscheller und Trychler

-2012: Veröffentlichung des 2. Masken-Kalender für das Jahr 2013

-2014: Fasnachtsaustellung MaskenArten in Wangen organisiert. Dazu kam auch der Masken-Kalender 2014 und das Buch zur Ausstellung heraus.

-2014: Fasnachts-Brauchtums-Reise durch Europa vom April bis Oktober

-2014: Zwei Wöchiger Besuch der Schnitzerschule Elbigenalp (Österreich)

-2015: Beginn mit dem schnitzen, bemalen und fassen von Fasnachtsmasken. Dabei wurde auch die Brauchtums-Werksatt gegründet und eröffnet.

-2015: Sonderaustellung im Niggelturm Gengenbach (Schwarzwald) "Fasnacht in Europa" mit dem Fasnachstfotograf Ralf Siegele und dem Volkskundler Werner Mezger. Ich habe dazu einige Masken und Kostüme ausgeliehen.

-2015: An der Kampagne "Auf unsere Kultur" der Brauerei Eichhof Luzern mit dem Thema "Erhaltung der Fasnachts- und Brauchtumskultur" habe ich auf dem guten 7. Platz abgeschlossen.

-2015: Vortag über das Thema „Fasnacht: Geschichte und Bräuche in der March“ in der Brauchtums-Werkstatt Reichenburg anlässlich des herbstanlasses der Alumni Nuolen (ehemalige Schüler der Kanti Noulen).

 

Kulturfahrt der Alemannischen
Larvenfreunde 2011 in Kriens / Luzern
Zeitungsberichte
Zürichsee - Zeitung 8. Nov. 2011
March - Anzeiger 8. Nov. 2011
Zürichsee - Zeitung 27. Sept. 2012
March - Anzeiger 9. Nov. 2012
March - Anzeiger 12. Nov. 2013
Bote der Urschweiz 6. Jan. 204
March - Anzeiger 7. Jan. 2014
Sarganserländer 9. Jan. 2014
March - Anzeiger 14. Feb. 2014
Sarganserländer 15.Feb. 2014
Fasnachts-Brauchtums-Reise 2014